Über pascal.sickl

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Schlimmer geht immer

2022-06-01T16:06:24+02:001. Juni 2022|

Schlimmer geht immer Ich verliere oft den Blick auf das Ganze. Denn im hektischen Alltag habe ich meist nur einen Horizont vor mir: Nämlich den bis zu den Kindern und wieder zurück. Da zählen nur meine persönlichen Probleme. Derzeit ist es die Frage, ob man Kinder kaufen kann. Ist das bei dir so? Versucht dein Ex die Kinder zu kaufen? Dann habe ich eine Geschichte für dich. Die erweitert deinen Horizont wieder. Denn schlimmer, geht immer. Versprochen. Ein Papa kann alles kaufen Sogar die Liebe seiner Kinder. Meinen manche Papas ja tatsächlich. Der Ex-Mann meiner Freundin zum Beispiel. Erzählt sie mir letztens, dass der Ex doch tatsächlich mit einer nagelneuen Apple iWatch für ihre Tochter daherkommt. Klar freut sich da die 14-Jährige drüber. Logisch. Aber Hallo? Sie hat nicht Geburtstag und an den Osterhasen glaubt sie nun wirklich nicht mehr. Aber wegen den Alimenten jammern. Genau. Die sind zu hoch berechnet. So viel isst eine Pubertierende ja gar nicht, wegen der schlanken Linie. Und sie fährt eh immer mit dem Fahrrad. Außerdem sind Second Hand Klamotten grad der Renner. Hallo? Sag mal geht’s noch? Beim Heimfahren habe ich überlegt, ob ich das Problem auch habe. Klar, mein Ex hat neue Bettwäsche gekauft: PawPatrol für meinen Lieblingsbubi und Prinzessin Elsa für mein Lieblingsmädchen. Da kann ich mit meiner schicken Uni-Farbenen nicht mithalten. Aber so ein Spruch „Mama, ich kann nur in Prinzessin Elsa Bettwäsche einschlafen“ finde ich zwar doof, aber halte ich schon aus. Dazu hat er dann noch passende Pyjamas, ein Trampolin und einen Bagger für die Sandkiste gekauft. Einen richtig großen Bagger. Okay. Ist jetzt schon viel, zumal grad Ostern war, aber nun gut. Alles Dinge, die man braucht. Zumindest fast. Zurück zur Frage: Nein. Ich glaube, ich habe das Problem mit dem Papa nicht. Kinder kaufen geht eh [...]

Und immer wieder trennen

2022-05-03T09:49:28+02:003. Mai 2022|

Es ist unfair. Da denkst du jedes Mal, es wird besser. Aber nein, Quatsch mit Soße: Nichts wird besser. Gar nichts. Das Thema Trennung holt dich immer wieder ein. Du rollst es mühsam weg und es rollt wieder zurück. Wie bei einem Jo-Jo. Fallenlassen ist nicht, da gibt es ja noch die Kinder – die hängen da auch dran. Und die fallen zu lassen wäre fatal. Oder? Und wöchentlich grüßt das Murmeltier Ich bin jetzt langsam durch – mit mir, mit ihm, mit dem Liebeskummer. Na gut, meistens mehr und ganz manchmal noch weniger. Unter der Woche im Alltag versunken fehlt er mir nicht. Und an die Wochenenden habe ich mich gewöhnt: Ein Tag mit und einen ohne Kinder. Die Familienausflüge machen wir allein. Sie sind schöner ohne Grummelpeter. Darum genieß ich die Wochenenden und sammle Kraft. Ich lebe wieder, denn aus Besuch bei Papa ist Kontakt geworden. Aber bei allem cool sein, hat es mich letztens doch ziemlich erwischt. Mein kleiner Lieblingssohn ist ein Papa-Kind: Mit Papa schaffa und im Garten Dreck buddeln, an Sachen rumschrauben und mit der Schubkarre fahren. Er ist ein Bub. Immer dreckig. Immer rotznasig. Immer draußen. Er ist jetzt 2,5 Jahre alt und er fragt oft nach Papa. Ich bin froh, dass wir zwei Kontakte pro Woche haben, so kann ich ihm immer sagen: Morgen kommt der Papa schon wieder. Das beruhigt ihn. Das letzte Wochenende waren die Kinder von Freitagmittag bis Sonntagmittag beim Papa. Ausnahmsweise. Ich musste beruflich auf einen Kongress nach Wien. Papa hat sich gefreut und die Kinder auch. Ich habe sie eine ganze Woche vorher vorbereitet: Ihr macht Urlaub bei Papa, weil Mama nach Wien muss. Vorbereitung ist wichtig. Beim Abschied am Bahngleis gab es dann aber doch Tränen. Vor allem bei der Großen. Der Kleine hatte auch feuchte Augen, [...]

Wenn aus Besuch Kontakt wird

2022-05-03T09:50:24+02:0031. März 2022|

In Deutschland sagt man Umgangsrecht. Bei uns heißt es Kontaktrecht. Früher hieß es mal Besuchsrecht. Ein Wortspiel. Denn eigentlich geht es darum, welcher Elternteil hat die Kinder wann und zu welcher Zeit. Die Grundlage dafür ist das Wohl der Kinder. Du merkst schon, alles Begriffe mit viel Interpretationsspielraum. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen. Das Feilschen um die Zeit Ich bin frisch alleinerziehend und bin Anfang Jahres mit den Kindern ausgezogen. Wir haben im Haus meiner Mama ein neues zu Hause gefunden. Der Vater der Kinder und ich haben für die erste Zeit vereinbart, dass unsere Lieblingskinder Paula (4 Jahre) und Lorenz (2 Jahre) jeweils einen Wochenendtag bei ihm sind und er uns am Mittwochabend besuchen kommt. Vorerst ohne Übernachtung. Zwei Monate nach dem Auszug geht es uns langsam besser. Ich spüre mich wieder und der Frühling tut mir gut. Druck, Herzrasen und Angst sind weg. Meine Kinder spiegeln das. Sie schlafen durch. Zum ersten Mal in ihrem Leben schlafen sie durch. All das bringt gute Laune. Ich glaube, wir drei sind angekommen. Nun ist es Zeit, sich zu überlegen, wie es mit den Besuchen bei Papa weiter geht. Dieser prescht vor und macht mir ein Angebot, dass Kopfschütteln verursacht: Alle zwei Wochen von Donnerstag bis Montag plus jeden Mittwoch Abend. Ich wackel wieder, obwohl ich doch gerade eben noch so stabil stand. Mein Berater beim ifs fängt mich auf. Er hilft mir. Er klärt mich über das Gesetz auf. Er rät mir. Was er aber nicht kann: Mir sagen, wie viel ich die Kinder abgeben will oder kann. Wieviel mir und den Kindern gut tut. Er kann mir nur sagen, was so „üblich“ ist. Von Besuch auf Kontakt Seine Forderung im Detail: Die Kinder sollen alle zwei Wochen für 5 Tage/4 Nächte bei ihm sein. Zusätzlich kommt er noch [...]

Der bessere Elternteil

2022-03-01T08:54:14+01:001. März 2022|

Ich bin immer noch frisch im Alleinerziehenden-Geschäft und habe mein Bild von Familie neu gezeichnet. Ich versuche nach vorne zu schauen und mich nicht zu verlieren. Meistens bin ich ziemlich gut. Aber eben nur meistens. Denn letztes Wochenende, als er die Kinder abgeholt hat, kam ein neues Gefühl auf mich zugerollt: Konkurrenzdenken. Und damit die Frage: Wer ist der bessere Elternteil? Und das macht mir echt zu schaffen. Superdaddy und seine tolle Welt Unter uns gesagt: Es kotzt mich an, wenn der Vater die Kinder nach einem Wochenende freudestrahlend zurückbringt. Die Kinder sind aufgeregt und erzählen, wie unendlich toll es doch bei ihm war. Während ich allein zu Hause gewartet habe, hat er ihnen das Trampolin gekauft, dass ich schon lange wollte; ist mit ihnen am alten Rhein picknicken gewesen; und war noch beim Götte zum UNO spielen. Es ist doch so viel besser bei Papa. Ehrlicherweise sagen sie das nicht. Aber ich höre das. Und ich beginne zu zweifeln, zu vergleichen und zu konkurrieren. Ich will doch der bessere Elternteil sein. Nein. Ich bin der bessere Elternteil. Was ich fühle ist Neid, Hass, Frust, Selbstmitleid. Wahrscheinlich eine Mischung aus allem. Mal ganz ehrlich: Wie machst du das? Wie gehst du damit um, wenn deine Kinder vor Lachen glucksend nach Hause kommen? Kannst du dich für dein Kind freuen? Kannst du das von deiner persönlichen Kränkung trennen? Bei mir funktioniert es gerade gar nicht. Die Kinder dürfen – nein – sollen sogar zu Papa. Und ich muss meine Erfahrung mit ihm, von der Erfahrung der Kinder mit ihm, trennen. Ist mir klar und krieg ich auch hin. Aber meine Gefühle sind trotzdem da und ich weiß nicht, was ich damit anfangen soll. Die Psychologin in mir Ich brauche es analytisch. Einfach in eine Schublade eingeordnet. Vielleicht macht es mir dann [...]

Ein neues perfektes Bild

2022-02-01T11:54:34+01:001. Februar 2022|

Ein neues perfektes Bild Ich bin frisch alleinerziehend – wenn du den ersten Teil meiner Geschichte lesen willst, dann klicke HIER. Ich habe zwei Lieblingskinder, Paula und Lorenz. Noch sehr klein – erst 4 und 2 Jahre alt. Ich bin mit ihnen gerade aus einem neu gebauten und wunderschönen Haus ausgezogen, weil ich ohne Liebe nicht leben will. Denn als Arrangement, das Haus putzt und Kinder versorgt, bin ich einfach noch zu jung. Nach der Trennung zurück an den Start Nun sitze ich in der schon lange nicht mehr bewohnten Ferienwohnung meines Elternhauses. Es ist in die Jahre gekommen: Die Küche, die Heizung, das Badezimmer. Trotzdem funktioniert alles und es ist sauber, wenn es auch nicht immer so riecht. Dafür ist meine komplette Wäsche von Mama gebügelt – auch meine Unterhosen – und es gibt leckeres Mittagessen. Wenn ich mal reden will, ist auch jemand da. Also ein zu Hause mit Mama und Herz. Aber wenn abends die Stille einkehrt, überkommt mich die Sehnsucht. Ich vermisse ihn. Ich vermisse es, eine Familie zu sein. Mann, Frau und Kinder. Mich holen längst beantwortete Fragen wieder ein: Warum bin ich gegangen? Wäre es nicht doch noch gut geworden? Hätte er mich geliebt, wenn ich anders gewesen wäre? Die Gefühle schaukeln wieder. Ein Martini dazu macht es nicht besser. Es war doch schön: Das Haus. Der Garten. Die Aussicht. Neulich ging es nicht mehr: Ich habe einfach nicht aufgehört zu weinen. Kennst du das? Wenn alles über dich einbricht? Zeit für einen Notfall-Martini Ich rufe Tante Dani an und sie kommt. Wir trinken Martini. Sie hört zu. Ich weine. Erzähle, dass das alles nichts kann und frage sie, wieso ich gegangen bin. Sie hilft mir mich zu erinnern und gibt mir einen guten Rat. Du musst dir ein neues Bild malen Sie sagt, [...]

Frisch alleinerziehend

2022-01-12T08:40:53+01:0012. Januar 2022|

Frisch alleinerziehend Ich bin Sandra. Ich bin 40 Jahre alt und selbständige Marketinglady. Meine Lieblingskinder sind Paula, 4 Jahre und Lorenz, 2 Jahre alt. Und: Ich bin frisch alleinerziehend. Ein Boot kentert Vor knapp zwei Jahren bin ich mit dem Vater meiner Kinder in ein wunderschönes Haus gezogen. Aus Träumen geplant, mit Leidenschaft gebaut und mit Liebe eingerichtet. Perfekt die Lage: Sonnenhang mit einer Aussicht, bei der sogar die Götter neidisch wären. Ein Traum. Mein Traum. Aber es soll nicht sein. Da sind einerseits die Nachbarn: Die eifersüchtige Schwägerin und die grenzenlose Schwiegermutter. Mein Fehler war, dass ich die Macht der Familiensippe unterschätzt habe. Aber das ist nur eine der Wellen, die das Boot zum Kentern gebracht haben. Die über Monate schlaflosen Nächte, weil meine Kinder nicht durchschlafen. Die Überforderung, das eigene Business sowie die Sauberkeit des Hauses auf Profi-Niveau zu meistern. Da ist die Pandemie, Heimweh oder der Freundesverlust. Ein Besuch bei mir bedeutet, eine gefährliche Bergfahrt zu riskieren. Es waren also jede Menge Wellen. Und der Wellen zum Trotz Ein Jahr habe ich alles versucht und für unsere Liebe gestritten, gelacht und geredet. Ich war still, laut und pastellig. Aber weder Ausschnitt, Tränen noch Therapie konnten zurückbringen, was früher mal groß war. Was zehn Jahre groß war. Kurz vor Weihnachten dann der große Sturm: Die Aussprache. Zum ersten Mal kann er formulieren, was ich schon länger fühle – wenn es nicht so traurig wäre, müsste ich stolz auf ihn sein. Seine Worte: Er denkt nicht, dass das mit uns wieder was wird. Er denkt nicht, dass wir eine Zukunft miteinander haben. Er bietet mir höflich, aber witzlos eine Wohngemeinschaft aus wirtschaftlichen Gründen an. NEIN danke, ich verzichte. Boot drehen und weiter rudern Nun sitze ich hier und schreibe. Versuche, dass zu verarbeiten, was gerade passiert: Ich bin getrennt [...]

Und es bleibt das Größte…

2021-12-09T09:52:13+01:009. Dezember 2021|

Und es bleibt das Größte... ...Geschenk, das es für mich gibt. Nämlich mein Sohn. Was auch immer schief lief, und ja, da gab es wirklich viel: Vieles, was mich an meine Grenzen brachte oder auch heute noch bringt. Vieles, was schwer zu verdauen war und immer noch ist. Vieles, wo ich mir sicher bin, dass ich es heute nicht mehr schaffen würde. Aber seit er auf der Welt ist, danke ich jeden Tag mindestens einmal dafür, dass es ihn gibt. Wem ich jetzt da danke, weiß ich eigentlich auch nicht, ich bin nicht so der typisch gläubige Mensch. Aber irgendetwas muss da sein … irgendwas Großes, das mir meinen Sohn geschenkt hat. Ich kann mich noch so gut an die Schwangerschaft erinnern – so viel Gefühlschaos – so viel „schwer Verdaubares“, so viel Angst – und doch war ich plötzlich nicht mehr allein, freute mich so wahnsinnig auf das, was auf mich zukommen würde. Definitiv fing es schon da mit den Achterbahnfahrten an. Und auch schon damals schlug Olaf regelrecht Wellen in meinem Leben (auch wenn vorerst „nur“ im Bauch). Gesundheitlich immer top fit, und so gut wie unantastbar, arbeitete ich bis zum „bitteren Ende“, machte alles, was Mamas in der Schwangerschaft eben so machen und was finanziell auch tragbar war. Dazu gehörte natürlich der Geburtsvorbereitungskurs, Schwangerschaftsschwimmen und ausgewogene Ernährung (mal abgesehen von meinen unstillbaren Pommes- und Twinnigelüsten). Entgegen der Meinung meines Arztes durfte ich Olaf sogar noch 5 Tage übertragen. Leider sollte bei der Geburt dann nicht alles so ablaufen, wie ich es mir vorgestellt hatte. Nach 18 Stunden Wehen ging plötzlich alles sehr schnell – die schlechten Werte von Olaf ließen eine Normalgeburt nicht mehr zu und es kam zum Notkaiserschnitt. Diese Gedanken, diese Angst – noch heute Gänsehaut pur, wenn ich daran denke. Aber wir hatten so [...]

Einsamkeit…

2021-11-11T14:39:05+01:0011. November 2021|

Einsamkeit… „Endlich mal wieder mit meiner Freundin einen Kaffee trinken“. Ma, wie ich mich gefreut habe. Es war schon lange her und ich wusste, ich hatte nur eine Stunde Zeit. Aber egal, ich nehme was sich ausgeht. Natürlich hatte auch sie sich schon darüber geäußert, dass ich kaum mehr Zeit habe. Und sie hat Recht… ich arbeite ganztags und die neue Schule von Olaf gestaltet sich herausfordernder als ich mir je hätte träumen lassen (und meine Träume waren schon schlimm ...). Die Konsequenzen der letzten zwei Corona-Jahre hinterlassen ihre Spuren, und die Versprechungen von den vielen Wissenden: „Es geht allen Kindern gleich, alle sind auf dem gleichen Stand. In der neuen Schule wird darauf Rücksicht genommen“, haben sich nicht erfüllt. Somit sitzen wir täglich abends noch an nicht verstandenen Hausaufgaben, wir lernen auf die nächste Schularbeit oder versuchen den gewünschten Wissensstand auf gefordertes Niveau zu bringen – das ist Schule??? Wohl eher „unser Leben im Escape Room …“. Auch für Olaf ist alles neu, und ich könnte schwören, ihm wächst die Nabelschnur nach. Olafs Vereinsleben läuft auf Hochtouren und als Elternteil habe natürlich auch ich diverse Verpflichtungen. Dann wäre da noch der 150 m²-Haushalt (keine Sorge, ich bin nicht übergeschnappt…), meine zu versorgende Mama, diverse Termine, etc. – ihr kennt das. Abends nach der Arbeit zivilisierte Gespräche mit mir führen zu wollen, scheint, wenn ich ehrlich bin, meist nicht wirklich sinnbringend zu sein. Meine Freundin hat den gleichen, für manche etwas schwer ertragbaren Humor und es tut gut, sich über mütterliche Rachegelüste und sinnlose Kindergeschichten zu amüsieren oder auch einfach mal das Leben in sarkastischen Tiefen zu erläutern. Aber dann plötzlich – dieser eine Satz von ihr – und ich merke, was ich die letzten Wochen so sehr verdrängt habe. Einfach weil kein Platz, keine Zeit, und vielleicht auch keine [...]