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Warum ich manchmal weg möchte – und trotzdem bleibe

2026-07-07T13:43:14+02:007. Juli 2026|

Warum ich manchmal weg möchte – und trotzdem bleibe Leise Gedanken, die kaum jemand ausspricht und die Liebe, die trotzdem bleibt. Es gibt Momente, da möchte ich einfach weg. Nicht dramatisch. Nicht für immer. Sondern weg von der Verantwortung, der Daueranspannung, dem Immer-da-sein-müssen. Weg von Nächten ohne Schlaf. Weg von Entscheidungen, die niemand mitträgt. Weg von diesem Gefühl, ständig funktionieren zu müssen. Und dann kommt sie. Die Schuld. Ganz leise zuerst. Und dann laut. Denn wie kann ich wegwollen, wenn ich mein Kind so sehr liebe? Denn da ist diese Liebe. Diese tiefe, alles durchdringende Liebe, die mich jeden Tag trägt – auch dann, wenn ich selbst kaum noch Kraft habe. Weg wollen ist kein Weggehen Das Weg-Wollen ist kein Wunsch nach Flucht. Es ist ein Wunsch nach Pause. Nach Leichtigkeit. Nach einem Moment, in dem niemand etwas von mir braucht. Manchmal möchte ich einfach nur wieder ich sein. Ohne Plan. Ohne Verantwortung. Ohne „Mama, Mama, Mama“. Und gleichzeitig ist genau dieses „Mama“ das Schönste, was es gibt. Denn es bedeutet Nähe. Vertrauen. Und eine Liebe, die alles andere überstrahlt. Die Gedanken, über die kaum jemand spricht Es gibt diese leisen Gedanken, die man niemandem erzählt: Wie wäre es, einfach einen Tag lang nicht zuständig zu sein? Wie wäre es, mal krank sein zu dürfen, ohne weiterzumachen? Oder wie wäre es, gehalten zu werden, statt zu halten? Diese Gedanken machen mich nicht zu einer schlechten Mutter. Sie machen mich menschlich. Wenn ich mein Kind anschaue, wenn es lacht, wenn es mich sucht, wenn es „Mama“ sagt, wird alles ruhig und ich weiß, warum ich da bin. Warum ich bleibe Ich bleibe, weil mein Kind mich braucht. Nicht perfekt. Nicht unerschöpflich. Sondern echt. Ich bleibe, weil ich mein Kind liebe. Mehr, als ich manchmal tragen kann – und genau deshalb trage [...]

Was niemand Alleinerziehende fragt

2026-04-15T16:53:03+02:0015. April 2026|

Was niemand Alleinerziehende fragt Was selten gesagt wird – und warum Alleinerziehende oft unsichtbar stark sind. Niemand fragt, wie viele Nächte wir wach sind. Nicht dieses schlecht geschlafen, sondern dieses dauerhaft erschöpft, bei dem der Körper funktioniert, obwohl er längst Pause bräuchte. Niemand fragt, wie es ist, immer verantwortlich zu sein. Nicht nur für ein Kind, sondern für alles drumherum: Geld, Termine, Entscheidungen, Zukunft. Wie sich diese Daueranspannung anfühlt Alleinerziehend zu sein bedeutet, ständig im Alarmmodus zu leben. Nicht dramatisch. Nicht sichtbar. Sondern leise, dauerhaft, unterschwellig. Wenn ein kleiner Moment kippt, wenn etwas anders läuft als erwartet, wenn ein Kind mehr braucht, als gerade möglich scheint, dann kippt oft der ganze Tag. Wenn das Kind krank wird, kippt der ganze Plan. Wenn etwas schiefgeht, gibt es niemanden, der auffängt. Niemanden, der sagt: „Ich kümmere mich.“ Diese Art von Anspannung verlässt den Körper nicht einfach wieder. Sie sitzt in den Schultern. Im Magen. In Nächten, in denen man nicht richtig schläft – selbst wenn das Kind schläft. Wie einsam Entscheidungen sind Welche KITA ist richtig? Welche Arbeit ist machbar? Was ist gut – und was nur gerade noch auszuhalten? Alle Entscheidungen tragen wir allein. Die Zweifel auch. Und die Verantwortung, wenn es sich später als falsch anfühlt. Es gibt niemanden, der nachts sagt: „Wir schaffen das gemeinsam.“ Wie es ist, keine Pause zu haben Nicht diese romantische Me-Time, sondern echte Pause. Pause, in der niemand etwas braucht. Alleinerziehend heißt: Wir sind immer jemandes zuhause. Und selten mal für eine Zeit lang unser eigenes. Wer man selbst noch ist Wer sind wir eigentlich: Außer Mama? Außer Organisationstalent? Außer Funktionierende? Es gibt Tage, da wissen wir es nicht mehr genau. Und Tage, da vermissen wir uns selbst. Was es kostet, stark zu wirken Dieses „Du machst das so toll“ ist nett gemeint. Aber [...]

Alleinerziehend mit High-Need-Baby – eine Realität, die man nicht sieht

2026-03-18T14:48:41+01:0018. März 2026|

Alleinerziehend mit High-Need-Baby – eine Realität, die man nicht sieht Ich bin alleinerziehende Mama. Nicht „ein bisschen allein“, nicht „getrennt, aber gut unterstützt“. Allein. Verantwortung, Entscheidungen, schlaflose Nächte, Sorgen – alles allein. Mein Kind ist ein High-Need-Baby Das bedeutet: kaum Schlaf, hohe Sensibilität, ständige Nähe. Es bedeutet, dass Pausen nicht existieren. Dass Erschöpfung kein vorübergehender Zustand ist, sondern zum Alltag gehört. Ich arbeite. Weil ich muss. Nicht, weil es leicht ist, nicht, weil es gut vereinbar wäre, sondern weil Miete, Essen, Betreuung, Sicherheit und Zukunft keine Pause machen. Was oft übersehen wird Spontane Unterstützung gibt es nicht. Wenn mein Kind krank ist, fällt die Betreuung weg. KITA geht dann nicht – und das ist richtig so. Aber Alternativen gibt es nicht einfach auf Abruf. Babysitter, Notbetreuung, private Hilfe – alles kostet, alles braucht Vorlauf, alles hat Wartelisten. Und vor allem: Eine Mutter lässt ihr krankes Kind nicht einfach allein bei fremden Menschen zurück, nur um zu funktionieren. Gleichzeitig verträgt ein Job kein ständiges Fehlen. Krankentage erklären sich nicht von selbst, sie erzeugen Druck, Rechtfertigung und Angst um Stabilität und zukünftige Sicherheit. Pflegefreistellung, wie sie derzeit vorgesehen ist, greift an der Lebensrealität Alleinerziehender vorbei. Ein paar Tage pro Jahr lösen kein strukturelles Problem. Krankheit endet nicht nach einer fixen Anzahl von Tagen, Verantwortung schon gar nicht. Es gibt keinen zweiten Erwachsenen, der einspringt. Keinen, der sagt: „Ich übernehme.“ Keinen Plan B. Ebenso wenig sichtbar ist, dass auch bei eigener Krankheit keine flexible, leistbare Notfallunterstützung existiert. Kein Innehalten, kein „Heute geht es nicht“. Ein Kind muss versorgt werden – mit Fieber, Schmerzen, Erschöpfung. Verantwortung pausiert nicht, nur weil der eigene Körper es bräuchte. Hinzu kommt ein struktureller Punkt Angebote für Kleinkinder finden fast ausschließlich vormittags statt. Kurse, Gruppen, Entlastungsformate – alles liegt in der Zeit, in der arbeitende Alleinerziehende im Job sein [...]