Wenn ein Mensch geht, bleibt Trauer und viel Chaos

2026-05-12T09:51:35+02:0011. Mai 2026|

Wenn ein Mensch geht, bleibt Trauer und viel Chaos Vor gut zwei Monaten ist meine Schwester gestorben. Wir wussten, dass sie krank war und sterben würde – und trotzdem kam alles viel zu schnell. Zu schnell, um es wirklich zu begreifen. Zu schnell, um sich innerlich darauf vorzubereiten. Seit diesem Moment ist nichts mehr wie vorher. Vor allem nicht für mein Kind Gefühle waren bei uns schon immer ein Thema – aber dieser Verlust hat alles noch einmal verstärkt. Seine Gefühlswelt ist lauter geworden, unruhiger, schwerer auszuhalten. Und ich sehe jeden Tag, wie sehr er damit kämpft. Und während er versucht, irgendwie damit klarzukommen, renne ich. Ich organisiere. Ich halte zusammen. Ich bin die, die Termine macht. Die zur Therapie fährt. Die Gespräche führt. Die auffängt, wenn alles zu viel wird. Zum Glück sind wir schon länger an den Familiendienst angebunden. Eine Unterstützung, für die ich unglaublich dankbar bin. Dort bekommt nicht nur mein Kind Hilfe, sondern auch ich. Denn ganz ehrlich: Es ist nicht nur schwer, ein Kind durch so eine Zeit zu begleiten – es ist manchmal auch überwältigend. Und dann gibt es da noch den anderen Elternteil Emotional war er nie wirklich greifbar. Oft meldet er sich nicht. Aber wenn mein Kind sagt, dass es gerade nicht kann, nicht möchte, nicht bereit ist – dann ist er plötzlich da. Nicht mit Verständnis. Sondern mit Druck. Nachrichten wie: „Willst du nicht mehr zum Papa?“ oder „Ich hab dich doch so lieb.“ Musikvideos, Worte, die vielleicht liebevoll gemeint sind – aber in dieser Situation vor allem eines tun: Druck aufbauen. Denn ein Kind, das ohnehin kämpft, braucht keine Entscheidungen, die es treffen muss. Es braucht Raum. Sicherheit. Verständnis. Nachdem mein Kind nun das zweite Wochenende nicht zu ihm wollte, steht plötzlich das Wort „Gericht“ im Raum. Gleichzeitig lehnt er [...]

Was niemand Alleinerziehende fragt

2026-04-15T16:53:03+02:0015. April 2026|

Was niemand Alleinerziehende fragt Was selten gesagt wird – und warum Alleinerziehende oft unsichtbar stark sind. Niemand fragt, wie viele Nächte wir wach sind. Nicht dieses schlecht geschlafen, sondern dieses dauerhaft erschöpft, bei dem der Körper funktioniert, obwohl er längst Pause bräuchte. Niemand fragt, wie es ist, immer verantwortlich zu sein. Nicht nur für ein Kind, sondern für alles drumherum: Geld, Termine, Entscheidungen, Zukunft. Wie sich diese Daueranspannung anfühlt Alleinerziehend zu sein bedeutet, ständig im Alarmmodus zu leben. Nicht dramatisch. Nicht sichtbar. Sondern leise, dauerhaft, unterschwellig. Wenn ein kleiner Moment kippt, wenn etwas anders läuft als erwartet, wenn ein Kind mehr braucht, als gerade möglich scheint, dann kippt oft der ganze Tag. Wenn das Kind krank wird, kippt der ganze Plan. Wenn etwas schiefgeht, gibt es niemanden, der auffängt. Niemanden, der sagt: „Ich kümmere mich.“ Diese Art von Anspannung verlässt den Körper nicht einfach wieder. Sie sitzt in den Schultern. Im Magen. In Nächten, in denen man nicht richtig schläft – selbst wenn das Kind schläft. Wie einsam Entscheidungen sind Welche KITA ist richtig? Welche Arbeit ist machbar? Was ist gut – und was nur gerade noch auszuhalten? Alle Entscheidungen tragen wir allein. Die Zweifel auch. Und die Verantwortung, wenn es sich später als falsch anfühlt. Es gibt niemanden, der nachts sagt: „Wir schaffen das gemeinsam.“ Wie es ist, keine Pause zu haben Nicht diese romantische Me-Time, sondern echte Pause. Pause, in der niemand etwas braucht. Alleinerziehend heißt: Wir sind immer jemandes zuhause. Und selten mal für eine Zeit lang unser eigenes. Wer man selbst noch ist Wer sind wir eigentlich: Außer Mama? Außer Organisationstalent? Außer Funktionierende? Es gibt Tage, da wissen wir es nicht mehr genau. Und Tage, da vermissen wir uns selbst. Was es kostet, stark zu wirken Dieses „Du machst das so toll“ ist nett gemeint. Aber [...]

Wenn dein Herz zerbricht …

2026-04-08T11:04:08+02:008. April 2026|

Wenn dein Herz zerbricht … … und du deine Scherben nach und nach wieder findest, Stück für Stück. Du verzweifelst beim Suchen, nach dem nächsten kleinen Teil. Und irgendwann fühlt es sich wieder gut an. Etwas Vernarbt, aber es leuchtet heller. Eines nach dem anderen Du suchst ein Teil nach dem anderen. Du begutachtest jedes Teilchen mit einem kleinen Schimmer Sehnsucht und machst ihn sauber. Glaube mir, dein Herz darf heilen. Die Teile fügen sich zusammen, Stück für Stück. Und es wird heller strahlen als je zuvor. Auch wenn man es anfangs nicht ahnt. Auch wenn es in dem Moment unmöglich erscheint. Auch wenn man aus Wut, Trauer, Verzweiflung am liebsten alles hinwerfen möchte. Es lohnt sich jeden kleinen Schritt weiter zu gehen, mag er noch so klein sein, es wird großartig. Und ja, es gibt immer Momente des Zweifelns und der Sehnsucht, diese werden nie komplett verschwinden, denn auch sie sind ein Geschenk. Ein Geschenk, Sachen zu überdenken und zu hinterfragen. Eine Möglichkeit, die Richtung zu wechseln und weiter zu wachsen, und zwar über sich hinaus. Bleib offen, für jede Möglichkeit und nimm Herausforderungen an, wie einen besten Freund / eine beste Freundin. Das Licht tröstet Hast du schon mal eine Tasse geklebt und ein Teelicht reingestellt? Meistens strahlt mehr durch die Tasse durch als vorher, oder? Klar hat sie nicht mehr die gleiche Funktion, aber sie ist trotzdem noch eine schöne Tasse, sonst hättest du sie wohl nicht geklebt. Genieße den Schein, der durch die Tasse leuchtet, für diesen einen Moment. Du schaffst das. Deine Elisabeth

Alleinerziehend mit High-Need-Baby – eine Realität, die man nicht sieht

2026-03-18T14:48:41+01:0018. März 2026|

Alleinerziehend mit High-Need-Baby – eine Realität, die man nicht sieht Ich bin alleinerziehende Mama. Nicht „ein bisschen allein“, nicht „getrennt, aber gut unterstützt“. Allein. Verantwortung, Entscheidungen, schlaflose Nächte, Sorgen – alles allein. Mein Kind ist ein High-Need-Baby Das bedeutet: kaum Schlaf, hohe Sensibilität, ständige Nähe. Es bedeutet, dass Pausen nicht existieren. Dass Erschöpfung kein vorübergehender Zustand ist, sondern zum Alltag gehört. Ich arbeite. Weil ich muss. Nicht, weil es leicht ist, nicht, weil es gut vereinbar wäre, sondern weil Miete, Essen, Betreuung, Sicherheit und Zukunft keine Pause machen. Was oft übersehen wird Spontane Unterstützung gibt es nicht. Wenn mein Kind krank ist, fällt die Betreuung weg. KITA geht dann nicht – und das ist richtig so. Aber Alternativen gibt es nicht einfach auf Abruf. Babysitter, Notbetreuung, private Hilfe – alles kostet, alles braucht Vorlauf, alles hat Wartelisten. Und vor allem: Eine Mutter lässt ihr krankes Kind nicht einfach allein bei fremden Menschen zurück, nur um zu funktionieren. Gleichzeitig verträgt ein Job kein ständiges Fehlen. Krankentage erklären sich nicht von selbst, sie erzeugen Druck, Rechtfertigung und Angst um Stabilität und zukünftige Sicherheit. Pflegefreistellung, wie sie derzeit vorgesehen ist, greift an der Lebensrealität Alleinerziehender vorbei. Ein paar Tage pro Jahr lösen kein strukturelles Problem. Krankheit endet nicht nach einer fixen Anzahl von Tagen, Verantwortung schon gar nicht. Es gibt keinen zweiten Erwachsenen, der einspringt. Keinen, der sagt: „Ich übernehme.“ Keinen Plan B. Ebenso wenig sichtbar ist, dass auch bei eigener Krankheit keine flexible, leistbare Notfallunterstützung existiert. Kein Innehalten, kein „Heute geht es nicht“. Ein Kind muss versorgt werden – mit Fieber, Schmerzen, Erschöpfung. Verantwortung pausiert nicht, nur weil der eigene Körper es bräuchte. Hinzu kommt ein struktureller Punkt Angebote für Kleinkinder finden fast ausschließlich vormittags statt. Kurse, Gruppen, Entlastungsformate – alles liegt in der Zeit, in der arbeitende Alleinerziehende im Job sein [...]

Mental Load ohne Option

2026-03-03T14:28:13+01:003. März 2026|

Mental Load ohne Option Ich bin als Alleinerziehende zu einem Frauennetzwerkabend eingeladen, um zum Thema Mental Load zu Wort zu kommen. Aber mir fehlen die Worte. Was von diesem Abend bleibt, ist Wut. Nicht die Sorte Wut, die laut ist und explodiert, sondern die stille, zähe Wut. Die Wut darüber, dass es für Alleinerziehende keine Option für Mental Load gibt. Die Wut darüber, dass ich das nicht in Worte fassen konnte. Ein Abend, tolle Frauen, ein Thema Ein Netzwerkabend für Frauen und ich als Spezialgast, um die Perspektive von Alleinerziehenden einzubringen. Thema des Abends: Mental Load. Ein großes Wort. Ein wichtiges Thema. Und vor allem ein Thema, zu dem ich eigentlich viel zu sagen hätte. Ich komme zu spät. Natürlich. Arbeit. Kinder abholen. Essen machen. Schwimmkurs mit dem Kleinen. Kinderchor mit der Großen. Babysitterin kommt, Übergabe, noch schnell erklären, wer was wann braucht. Dann losdüsen. Noch verfahren. Ankommen. Und dann sitze ich im Stuhlkreis. Als ich zu Wort komme, merke ich sofort: Ich bin gar nicht da. Körperlich schon, geistig noch mitten im Tag. Ich sortiere im Kopf die gefühlt tausend Entscheidungen, die ich heute schon getroffen habe, und plane gleichzeitig morgen. Immer mit dem Blick aufs Handy, falls es mit der Babysitterin nicht klappt. Mental Load – und mir fehlen die Worte Ich soll von der psychischen Belastung von Alleinerziehenden erzählen und ob ich vielleicht meinen Tipp gegen Mental Load teilen will. Und ich höre mich murmeln. Dass es viel ist. Dass es belastend sein kann. Dass man an alles denken muss. Eine Lösung: Vielleicht am Sonntag ins Alleinerziehenden-Café zum Austausch. Mehr fällt mir im Moment nicht ein. Nicht, weil ich nichts zu sagen hätte, sondern weil mein Kopf voll ist. Komplett. Die anderen Frauen erzählen. Sie kennen das Thema. Sie erzählen davon, wie sie ihre Männer dazu bringen, [...]

Wenn Verständnis zur Pflicht wird

2026-02-05T10:08:27+01:005. Februar 2026|

Wenn Verständnis zur Pflicht wird Es begann mit Liebe. Noch bevor ich wusste, wie groß sie werden würde. In der Schwangerschaft habe ich meinen Körper geteilt. Nicht widerwillig, sondern staunend. Ich lernte, langsamer zu gehen, vorsichtiger zu atmen, weil da jemand war, der ganz von mir abhing. Die Geburt war ein Riss – und ein Versprechen. Als ich mein Kind zum ersten Mal hielt, war klar: Von jetzt an geht es nicht mehr nur um mich. Die Jahre danach waren dicht. Müde und schön zugleich. Nächte, in denen ich wach lag und nur dem Atmen lauschte. Tage, an denen ein Lächeln alles getragen hat. Erziehung war Liebe in Bewegung. Wieder und wieder. Da sein. Halten. Auch dann, wenn ich selbst müde war. Und mit dieser Liebe wuchs eine Erwartung, die niemand aussprach: Dass ich trage, was schwierig wird. Dass ich verstehe, wenn andere es nicht tun. Dann kam die Trennung Ich wollte, dass meine Kinder sicher bleiben. Dass sie nicht zwischen Fronten geraten. Dass ihre Welt nicht zerbricht. „Haben Sie Verständnis – er bemüht sich doch.“ Ich hatte Verständnis. Nicht aus Schwäche, sondern aus Liebe. Weil ich glaubte, dass Ruhe für meine Kinder wichtiger ist als mein Recht. Später sagte man zu mir: „Haben Sie Verständnis – er ist arbeitslos.“ Der Unterhalt wurde weniger. Still. Einseitig. Die Fixkosten blieben. Die Kinder blieben. Das Leben blieb. Der Kühlschrank blieb ehrlich. Die Rechnungen auch. Also verstand ich weiter. Ich rechnete, damit sie nichts spürten. Ich verzichtete, damit sie sicher blieben. Ich hielt ihre Sorgen leise, damit sie schlafen konnten. Was niemand fragte Wie lange kann Liebe das allein tragen? Verständnis wurde von mir erwartet, als wäre es unendlich. Als würde es sich immer neu erzeugen, nur weil ich Mutter bin. Doch Liebe ersetzt keinen Unterhalt. Sie bezahlt keine Rechnungen. Sie fängt nur [...]

Das leise Verschwinden von Müttern

2026-01-21T11:29:10+01:0021. Januar 2026|

Das leise Verschwinden von Müttern Es gibt einen Moment, den viele Alleinerzieherinnen kennen. Einen Moment, in dem man merkt: Hier geht es nicht mehr um mein Kind – hier geht es um ein System, das etwas durchsetzen will. Wenn die Institution nicht weiter weiß Ich bin Mutter. Und ich habe gelernt, dass diese Rolle in Trennungs- und Kontaktrechtsverfahren schnell kippen kann. Von der schützenden Bezugsperson zur „Problemursache“. Nicht, weil man etwas falsch gemacht hat – sondern weil Kinder nicht so funktionieren, wie Verfahren es vorsehen. Meine Kinder haben den Kontakt zu ihrem Vater schrittweise verweigert. Erst einzelne Wochenenden, später ganz. Seit einiger Zeit ist diese Ablehnung konstant. Nicht leise, nicht unklar, sondern begleitet von Angst, Rückzug, Tränen. Von einem klaren inneren Nein. Was folgt, kennen viele Maßnahmen. Gespräche. Abklärungen. Begleitung. Immer neue Settings, immer neue Versuche. Besuchscafé. Mediation. Kinderbeistand. Elternberatung. Jugendhilfe. Gericht. Ich habe all das mitgetragen. Ich habe ermöglicht. Ich habe gehofft. Und irgendwann musste ich mir eingestehen: Es wird nicht besser. Was sich stattdessen verändert hat, war der Blick auf mich. Plötzlich ging es weniger um die Frage, warum Kinder so deutlich ablehnen, sondern darum, was mit der Mutter nicht stimmt. Der Begriff „Entfremdung“ tauchte auf – selten offen, oft zwischen den Zeilen. Als Möglichkeit. Als Verdacht. Als Erklärung, die bequemer ist als die Realität kindlicher Grenzen. Dabei zeigten meine Kinder ihre Ablehnung überall. Nicht nur bei mir. Auch bei neutralen Personen. Auch ohne meine Anwesenheit. Über Monate. Über Jahre. Und trotzdem blieb der Zweifel an mir. Das ist etwas, worüber selten gesprochen wird: Sekundäre Viktimisierung. Wenn nicht mehr das Leid der Kinder im Zentrum steht, sondern das Verhalten der Mutter problematisiert wird. Wenn Schutz als Kontrolle gelesen wird. Wenn Fürsorge plötzlich verdächtig wirkt. Besonders schmerzhaft wird es, wenn die ökonomische Macht, wie so oft, ungleich ist. Das Kontaktrechtsverfahren weiterführt auch wenn [...]

Vorsätze mit Ablaufdatum

2026-03-03T09:01:59+01:0016. Januar 2026|

Vorsätze mit Ablaufdatum Die Silvesterböller knallen, der Himmel leuchtet, und ich stehe da wie jedes Jahr. Müde, ein bisschen sentimental – und bewaffnet mit einer ordentlichen Portion Optimismus. In der einen Hand ein Glas, in der anderen eine viel zu lange Liste an Vorsätzen. Neues Jahr, neues Glück, denke ich. Ja, das denke ich jedes Jahr. Aber diesmal – diesmal meine ich es wirklich ernst. Ganz oben auf der Liste: Meine Gesundheit Angefangen mit gesunder Ernährung. Mehr Bewegung an der frischen Luft. Und – fast schon revolutionär – mehr Zeit für mich. Und ich will mich auch um das ein oder andere meiner körperlichen Wehwehchen kümmern. Mich ernst nehmen, weil ich für meine kleine Familie die Stütze, die Liebe und das Zuhause bin. Klingt anstrengend. Fühlt sich auch so an. Jeden einzelnen Tag. Aber Ausfallen ist keine Option. Gesundheit steht also ganz oben auf meiner Liste. Zumindest in dieser einen stillen Silvesterminute, bevor der Alltag wieder loslegt. Ziemlich große Vorsätze Zwei Wochen später hat er mich wieder. Der Alltag. Mit beiden Händen. Schule, Kindergarten, Job, Haushalt, Termine, Wäscheberge, Sorgen, Verantwortung. Und plötzlich verstehe ich sehr gut, warum Vorsätze ein kurzes Haltbarkeitsdatum haben. Denn sie ist wieder da, diese alte Bekannte: die Gewohnheit. Sie frisst meine Vorsätze auf – ungefähr so gründlich wie die Süßigkeiten, die ich nachts heimlich bei meinen Heißhungerattacken verputze. Vorsätze umzusetzen heißt, neues Terrain zu betreten. Und neues Terrain kostet Energie. Und genau diese Energie fehlt mir in meinem Alltag als Alleinerziehende oft am meisten. Ironisch eigentlich, denn ich weiß ja: Ein gesunder Körper würde mir für genau diesen Alltag mehr Kraft geben. Zurück zur Lösung Die Rechnung ist eigentlich simpel. Weniger Netflix. Weniger Süßes. Früher ins Bett. Mehr Schlaf. Genügend trinken. Abends eine kleine Runde spazieren gehen. Keine Heldentaten. Keine radikalen Umstürze. Kleine Schritte. Aber genau [...]

Wenn nur eine gerichtliche Lösung bleibt

2025-11-12T09:04:22+01:0012. November 2025|

Wenn nur eine gerichtliche Lösung bleibt Als alle Versuche für eine Zusammenbleiben als Familie scheitern, war klar: Jetzt entscheiden andere über unser Leben. Ich wollte genau das immer vermeiden. Ich fand, niemand sollte darüber bestimmen, was mit mir und meiner Tochter passiert. Aber dann saß ich plötzlich auf dem Beifahrersitz meines eigenen Lebens. Keine Kontrolle. Keine Sicherheit. Nur die Hoffnung, dass alles gut ausgeht. Eine verfahrene Situation Und zwar so, dass das Gericht und die Familiengerichtshilfe tätig werden mussten. Ab diesem Zeitpunkt begann sich das Gedankenkarussell zu drehen und mit jedem kommenden Termin Fahrt aufzunehmen. Nicht die Termine an sich haben mich ausgelaugt, sondern die Zeit dazwischen. Ich machte mir ständig Gedanken und rechnete mit dem Schlimmsten. Trotz meines unerschütterlichen Optimismus ließen sich die Sorgen nicht ganz wegdrücken. Meine Tochter reagierte genervt auf die vielen Termine und „Gespräche“, war aber entschlossen und klar. Sie wollte nicht immer wieder dieselbe Geschichte erzählen. Sie wollte einfach ihre Ruhe. „Mach dir keine Sorgen Papa! Was soll da noch passieren!?“, versuchte SIE mich immer wieder zu beruhigen. Und meine Tochter behielt Recht. Am Ende ging alles so aus, wie wir es uns erhofft hatten. Meine Kleine schien nicht sonderlich überrascht vom Ausgang … und trotzdem verdrückten wir zusammen ein paar Tränen der Erleichterung nach dem Abschluss! Nach vielen nervenaufreibenden Monaten konnte nun endlich langsam Ruhe und Frieden einkehren. Mein Zugang zur Familiengerichtshilfe Natürlich hatte ich vorher im Netz recherchiert. Vor allem zur Familiengerichtshilfe. Im Rückblick: Es hat mich eher verunsichert als geholfen. Viele Berichte waren negativ, zum Teil ganze Webseiten voller Enttäuschung, Bitterkeit und Anschuldigungen in jede Richtung. Ich habe das bewusst nur begrenzt zugelassen und wollte konstruktiv bleiben, nicht zynisch. Im Endeffekt liegt es in der Natur der Sache: Wenn eine Seite zufrieden ist, ist die andere es oft nicht. Eigentlich könnte ich [...]

Papa Chamäleon

2025-10-22T16:21:19+02:0022. Oktober 2025|

Papa Chamäleon Vom ersten Moment an hat uns ein unsichtbares Band verbunden. Während Mama noch im OP lag, durfte ich die ersten Minuten mit dir allein auf dem Zimmer verbringen. Da wusste ich sofort: Ich werde nie wieder von deiner Seite weichen. Ich will nicht einfach Vater sein – ich will dein Papa sein! Und dann kommt es, wie es kommt Die Trennung von Mama habe ich lange hinausgezögert, weil ich dich nicht „zurücklassen“ wollte. Irgendwann war sie trotzdem unausweichlich. Ich habe alles versucht, um so oft und so viel wie möglich für dich da zu sein. Und dann kam alles plötzlich ganz anders: Von heute auf morgen warst du bei mir – und meine Welt stand Kopf. Bitte glaube mir: DU trägst keine Schuld. Zwei Jobs, alleinerziehend, private Schicksalsschläge, Kämpfe vor Gericht, Termine mit Behörden, Ärzten und Therapeuten … Viele Nächte war ich wach, während du schliefst. Ich habe Aufgaben erledigt, für die am Tag keine Zeit blieb – und manchmal heimlich Tränen vergossen. Doch immer warst DU es, die mir die Kraft zum Weitermachen gegeben hat. Danke, meine Tochter, dass ich dein Fels in der Brandung sein darf – und dass wir heute stärker sind als je zuvor. Unsere gemeinsame Geschichte hat mich das Papa-Sein aus jeder erdenklichen Perspektive erleben lassen, sodass ich mich ständig anpassen und neue Dinge lernen musste. Und es ist gut so Heute bin ich dein „Papa Chamäleon“. Je länger unsere Reise dauert, desto mehr spüre ich, dass die Entscheidungen, die ich für UNS treffe, die Richtigen sind. Und „richtig“ kann so unterschiedlich aussehen. Meine wertvollste Ressource Sich auszutauschen, seine Geschichte zu erzählen und sich die der anderen anzuhören bringt Gewinn! Parallelen und unterschiedliche Lösungen zu entdecken, helfen uns viel weiter als gut gemeinte Ratschläge von Menschen, die ein ganz anderes Leben führen als [...]

Zwischen Spaß-Daddy und Care-Mama

2025-10-02T15:34:08+02:002. Oktober 2025|

Zwischen Spaß-Daddy und Care-Mama Kennst du diesen Satz vom Papa der Minis? "Bei mir sind die Kinder immer entspannt." – Zack, mitten ins Herz. Du nickst, lächelst gequält und innerlich schreist du. Weil du weißt, dass dein Alltag ein anderer ist. Ein anstrengender. Ein echter. Wie geht man damit um, wenn man die Care-Arbeit trägt, während der Vater der Kinder einen auf "Spaß-Daddy" macht? Eingegroovt – und trotzdem herausgefordert Ich bin nicht mehr frisch alleinerziehend. Seit fast vier Jahren schaukle ich unseren Alltag als Alleinerziehende. Mit dem Vater der zwei Minis bin ich fein. Wir haben uns zusammen gerüttelt und funktionieren als Eltern. Wir kommunizieren, machen Pläne und gehen gemeinsam auf Veranstaltungen der Kinder. Ich bin stolz auf uns. Das klingt jetzt easy. Aber das war es nicht. Wenn du meinen Blog kennst, dann weißt du, dass ich oft auseinander gefallen bin und mich wieder zusammengeklebt habe. Es hat sich gelohnt, denn heute ernten wir als Eltern den Lohn. Entspannte Kinder Der Kindsvater bringt die Kinder von ihrem Unter-der-Woche-Nachmittag zurück. Ich erzähle ihm, dass es nach dem letzten Wochenende bei ihm anstrengend war. Die zwei schlafen abends nicht ein und sind am Morgen unausgeschlafen. Das macht die Tage zäh, weil Miesmuscheln und Tobsuchtsanfälle so vorprogrammiert sind. Ich ergänze noch, dass es nicht an ihm bzw. den Wochenenden bei ihm liegt, sondern dass einfach im Moment viel zusammen kommt: Schulanfang, Wackelzahn, Hausaufgaben. Er reagiert und sagt: "Die Kinder sind bei mir immer sehr entspannt." BÄM. Ärger. Wut. Eifersucht. Alles gleichzeitig. Reflex: Ich verteidige mich. "Bei mir müssen sie halt mehr funktionieren. Ich bin die, die sie morgens 5 Tage die Woche weckt und zur Schule und in den Kindergarten bringen muss. Ich bin die, die mit dem Schulkind jeden Tag 10 Minuten lesen muss. Ich bin die, die das Geschenk der [...]

Stark sein, weil es keine Alternativen gibt

2025-09-23T16:48:15+02:0023. September 2025|

Stark sein, weil es keine Alternativen gibt Stark sein ist kein Privileg, sondern eine Notwendigkeit, wenn Kinder Schutz brauchen und niemand sonst da ist. Es bedeutet, Ängste auszuhalten, Stimmen hörbar zu machen und für Gerechtigkeit zu kämpfen – auch gegen ein System, das lieber wegschaut. Diese Stärke ist kein Fehler, sondern Überleben – für die Kinder, für ihre Zukunft, für ein Leben ohne Angst. Mitten im Kampf „Bitte, bitte, ich will nicht dorthin …“ Ihre kleinen Hände sind gefaltet, die Augen groß vor Angst, die Stimmen kaum hörbar. Sie klammern sich an mich, an meine Stärke, weil sie wissen, dass sie auf niemanden sonst zählen können. Niemand hört sie. Niemand fragt, wie sie sich fühlen. Denn das Recht des Vaters gilt – und alles andere scheint egal zu sein. Alles andere wird überhört, übergangen, ausgeliefert. Er will sein Recht und liefert dafür die Kinder aus. Die Kinder, die jahrelang gewartet haben, die sich nach Nähe und Sicherheit sehnen, die sich an Geburtstagen fragen, warum keine Geschenke kommen, warum niemand da ist. Niemand sieht die Lücken, die Jahre des Verschwindens, die kleinen Wunden, die sich über die Zeit angesammelt haben. Nur die Forderung nach seinem Recht. Und die Kinder: Sie stehen mittendrin. Aushalten macht stark Ich halte sie, halte ihre Angst aus, während ich gleichzeitig die Stärke zusammensammle, die mich durch jeden Tag trägt. Ich darf nicht wanken. Ich darf nicht zögern. Ich darf nicht fallen – sonst fallen sie. Meine Stimme, meine Fürsorge, meine Liebe – das alles wird geprüft, bewertet, als Problem interpretiert. Und dann ist da das System. Genau dieses System, das die Kinder eigentlich schützen sollte, sieht meine Stärke als Beweis, dass es an mir liegen muss. Dass ich die Kinder bewusst entfremde. Dass ich „zu stark“ bin. Dass alles, was ich tue, nicht dem Wohl der [...]