Mental Load ohne Option
Mental Load ohne Option Ich bin als Alleinerziehende zu einem Frauennetzwerkabend eingeladen, um zum Thema Mental Load zu Wort zu kommen. Aber mir fehlen die Worte. Was von diesem Abend bleibt, ist Wut. Nicht die Sorte Wut, die laut ist und explodiert, sondern die stille, zähe Wut. Die Wut darüber, dass es für Alleinerziehende keine Option für Mental Load gibt. Die Wut darüber, dass ich das nicht in Worte fassen konnte. Ein Abend, tolle Frauen, ein Thema Ein Netzwerkabend für Frauen und ich als Spezialgast, um die Perspektive von Alleinerziehenden einzubringen. Thema des Abends: Mental Load. Ein großes Wort. Ein wichtiges Thema. Und vor allem ein Thema, zu dem ich eigentlich viel zu sagen hätte. Ich komme zu spät. Natürlich. Arbeit. Kinder abholen. Essen machen. Schwimmkurs mit dem Kleinen. Kinderchor mit der Großen. Babysitterin kommt, Übergabe, noch schnell erklären, wer was wann braucht. Dann losdüsen. Noch verfahren. Ankommen. Und dann sitze ich im Stuhlkreis. Als ich zu Wort komme, merke ich sofort: Ich bin gar nicht da. Körperlich schon, geistig noch mitten im Tag. Ich sortiere im Kopf die gefühlt tausend Entscheidungen, die ich heute schon getroffen habe, und plane gleichzeitig morgen. Immer mit dem Blick aufs Handy, falls es mit der Babysitterin nicht klappt. Mental Load – und mir fehlen die Worte Ich soll von der psychischen Belastung von Alleinerziehenden erzählen und ob ich vielleicht meinen Tipp gegen Mental Load teilen will. Und ich höre mich murmeln. Dass es viel ist. Dass es belastend sein kann. Dass man an alles denken muss. Eine Lösung: Vielleicht am Sonntag ins Alleinerziehenden-Café zum Austausch. Mehr fällt mir im Moment nicht ein. Nicht, weil ich nichts zu sagen hätte, sondern weil mein Kopf voll ist. Komplett. Die anderen Frauen erzählen. Sie kennen das Thema. Sie erzählen davon, wie sie ihre Männer dazu bringen, [...]











