Vorsätze mit Ablaufdatum
Vorsätze mit Ablaufdatum Die Silvesterböller knallen, der Himmel leuchtet, und ich stehe da wie jedes Jahr. Müde, ein bisschen sentimental – und bewaffnet mit einer ordentlichen Portion Optimismus. In der einen Hand ein Glas, in der anderen eine viel zu lange Liste an Vorsätzen. Neues Jahr, neues Glück, denke ich. Ja, das denke ich jedes Jahr. Aber diesmal – diesmal meine ich es wirklich ernst. Ganz oben auf der Liste: Meine Gesundheit Angefangen mit gesunder Ernährung. Mehr Bewegung an der frischen Luft. Und – fast schon revolutionär – mehr Zeit für mich. Und ich will mich auch um das ein oder andere meiner körperlichen Wehwehchen kümmern. Mich ernst nehmen, weil ich für meine kleine Familie die Stütze, die Liebe und das Zuhause bin. Klingt anstrengend. Fühlt sich auch so an. Jeden einzelnen Tag. Aber Ausfallen ist keine Option. Gesundheit steht also ganz oben auf meiner Liste. Zumindest in dieser einen stillen Silvesterminute, bevor der Alltag wieder loslegt. Ziemlich große Vorsätze Zwei Wochen später hat er mich wieder. Der Alltag. Mit beiden Händen. Schule, Kindergarten, Job, Haushalt, Termine, Wäscheberge, Sorgen, Verantwortung. Und plötzlich verstehe ich sehr gut, warum Vorsätze ein kurzes Haltbarkeitsdatum haben. Denn sie ist wieder da, diese alte Bekannte: die Gewohnheit. Sie frisst meine Vorsätze auf – ungefähr so gründlich wie die Süßigkeiten, die ich nachts heimlich bei meinen Heißhungerattacken verputze. Vorsätze umzusetzen heißt, neues Terrain zu betreten. Und neues Terrain kostet Energie. Und genau diese Energie fehlt mir in meinem Alltag als Alleinerziehende oft am meisten. Ironisch eigentlich, denn ich weiß ja: Ein gesunder Körper würde mir für genau diesen Alltag mehr Kraft geben. Zurück zur Lösung Die Rechnung ist eigentlich simpel. Weniger Netflix. Weniger Süßes. Früher ins Bett. Mehr Schlaf. Genügend trinken. Abends eine kleine Runde spazieren gehen. Keine Heldentaten. Keine radikalen Umstürze. Kleine Schritte. Aber genau [...]











